Das Ende einer Reise – Teil 7 – 16.05.2013 :: Das Ende aller Dinge

Ich schrieb bereits vor einigen Blogs über die Schwierigkeiten, einer Mystery-Serie, ein Ende zu finden und das es nur Enttäuschen kann. Im Falle von Another World habe ich bereits nach Fertigstellung von Skript 2 “Der Lange Weg” die letzte Szene geschrieben und sie ist mit wenigen Änderungen und Ergänzungen auch ins finale Skript eingegangen.

So konnte ich von Anfang an auf dieses Finale hinschreiben. Dabei war in Episode 5 eine zusätzliche Herausforderung, Elemente aus allen 5 Teilen mit hineinzubringen, um die Geschichte rund um die Überlebenden der 9 Astronauten zu einem anständigen Abschluss zu bringen. Ob das Gelungen ist, werden die ersten Feedback-Leser mir am Ende sagen und ganz am Ende alle Hörer da draußen. (1-2 Bearbeitungsläufe wird es sicher noch geben…)

Während der letzten drei Kapitel hat mich ein ganz bestimmtes Musikstück begleitet: “Almost Martyrs” aus dem Soundtrack “Das Leben des David Gale”, den ich vor einigen Monaten im Trailer zum Film “the Artist” wiederentdeckt habe. Ein sehr patosschweres und emotionales Werk. Aber es beschreibt auf perfekte Art, wie ich mich am Ende der Reise gefühlt habe. Und diese Stimmung wird auch von der Geschichte aufgesogen, denn am Schluß steht die Wahrheit und alles fällt auf die Übrigen zurück. Ich möchte an dieser Stelle nicht zuviel Spoilern, aber hier ein Link zum passenden Stück zum mitfühlen…

Musiklink zu Spotify: The Academy Studio Orchestra – Almost Martyrs – Music from the Motion Picture “The Life of Davis Gale”

Wer daran interessiert ist, welche Musik mich beim Schreiben – auf dem langen Weg begleitet hat, findet dazu passend auch eine Playliste auf Spotify, die Euch Euch sehr ans Herz legen möchte:

Musiklink zu Spotify: AnotherWorld 5 Inspiration

Another World 5 bietet etwas weniger Aktion als Episode 3 & 4. Das liegt vor allem an den zwei unterschiedlichen Zeitebenen, die gegeneinander laufen und viele emotionale Charaktermomente aufgreifen. Meine persönliche Herausforderung bestand dann am Ende auch, die Charaktere 13 Jahre in die Zukunft zu schicken: Wie haben sie die Charaktere weiterentwickelt, was haben sie in dieser Zeit getrieben… sicherlich einer der Punkte, an denen ich bei der Nachbearbeitung noch weiter feilen werden muss, denn an vielen Stellen stellt es sich als schwierig heraus, die Motivationen klar darzustellen. Warum handelt ein Charakter jetzt auf einmal so. Ich bin dabei sehr froh, das wir einen Erzähler haben, der in die Köpfe der einzelnen Figuren schauen kann und so mir die Arbeit ein wenig leichter macht. Besser ist es natürlich immer, wenn die Charaktere sich durch ihre Handlungen definieren und nicht nur durch mehr oder weniger leere Worthülsen.

Und wie auch in den Vorangegangenen Folgen gab es einen Twist, der mich selbst überrascht hat, denn meine Charaktere haben die Eigenheit, beim Schreiben ein Eigenleben zu entwickeln. Und plötzlich tun sie Dinge, die ich nie geplant oder vorgedacht hatte und dann muss ich mich aus den Situationen wieder rausschreiben.

Ich fühle mich im Moment so leer, aber auch sehr erleichtert… und ich hoffe auf das Beste! Geradeaus und dann bis zum Morgengrauen, direkter Kurs…

Euer Falk

Das Ende einer Reise – Teil 6 – 11.05.2013 :: Das Erwachen – ein Auszug…

Während es langsam voran geht, hier ein kleines Auszug aus Skriptfassung 1 an der ich gerade noch sitze (und noch einiges vor mir habe ;) )…

[...]

JIM DAWSON

(Schreckt aus einem Traum hoch) Was?

ERZÄHLER

Jim Dawson, ehemaliger Kommandant der Raumstation Infinity, blickte sich verstört um. Etwas stimmte nicht, etwas stimmte ganz und gar nicht! Das war ein Tagtraum und er hatte seit Jahren nicht mehr geträumt… nicht vom Dschungel, seiner Frau, seiner Tochter oder sonst irgendwas.Und schon gar nicht am helllichten Tag! Er krabbelte vorsichtig aus seinem kleinen Kokon aus Erde und Wurzeln, das eher an ein Vogelnest, als einen Unterschlupf erinnerte und in 15 Meter Höhe an einem Bau hing. Überhaupt hatte sich sein Leben verändert, seit damals, seit dem Ritual… er stutzte kurz während er sich in einer zerbrochenen Spiegelscheibe betrachtete… wie lange war das nun schon her? Er vermochte es nicht zu sagen… allerdings war ihm seit dem ein dicker, verfilzter Vollbart gewachsen.

JIM DAWSON

Robinson Crusoe look… mhh, allerdings habe ich die letzte Rasierklinge schon lange verbraucht… mhhh aber es hat was! (fährt sich raschelnd durch den Bart)

ERZÄHLER

Es mochte Jahre her sein, vielleicht Jahrzehnte… er konnte sich nur noch erinnern, das damals Betty, sein kleines Mädchen, in dem Kokon aus Licht verschwunden war!

JIM DAWSON

Betty,… ja, ich habe von Betty geträumt… komisch… wirklich komisch…

ERZÄHLER

Betty hatte ihn gerufen… aber Betty war seit eben jenem schicksalshaften Tag verschwunden!

JIM DAWSON

Mein kleines Mädchen! Sie braucht meine Hilfe!

ERZÄHLER

Jim griff sich seinen improvisierten Bogen samt einer Hand voll Pfeile. Unwillkürchlich musste er an Johnny Weismüller, bzw. Tarzan, einen seiner Jugendhelden denken.

JIM DAWSON

Die Filmmatinee im kleinen Kino von Herold Lloyd um die Ecke! Man das ist schon lange nicht mehr wahr! Ich darf keine Zeit verlieren!

ERZÄHLER

Jim begann mit dem Abstieg. Er würde nach Betty sehen… nach ihrem Kokon, der seit jener Nacht über Toronto Island schwebte. Es war nicht weit. Jim hatte sich nie weiter als ein paar Kilometer von der Küste entfernt. Dort fand er das Boot und mit wenigen Zügen war er mittenauf dem Lake Ontario.

JIM DAWSON

Verdammt! Was ist hier los!

ERZÄHLER

Jims stutzte… von hier aus hätte er bereits den Kokon aus Licht sehen müssen – selbst am Tag. Doch da war nichts. Mit weiteren Ruderstößen erreichte er das andere Ufer. Die letzten Schritte rannte er und erreichte den Platz des Rituals… nichts…

JIM DAWSON

(Verzweifelung!)

Das darf nicht wahr sein! Sie muss doch hier sein! (In die weite gerufen) BETTY? BETTY, mein Schatz wo bist Du? BETTY! (wieder zu sich) Sie kann unmöglichweg sein!

BEN JOSEPH

Sie ist fort!

JIM DAWSON

Was?

ERZÄHLER

Jim fuhr herum und starrte ungläubig seinen alten Freund Ben Joseph an…

BEN JOSEPH

Alles ist fort, Jim!

JIM DAWSON

Ben? Was… was MACHST Du hier? Wir…

BEN JOSEPH

Ja es ist schon eine Weile her… ich hatte einen Traum! Du weißt schon, einen dieser speziellen Träume!

JIM DAWSON

Du auch? Ich habe Betty gesehen, sie hat um Hilfe gerufen und dann war sie weg!

BEN JOSEPH

Sieht so aus, als wäre unsere Reise doch noch nicht zu Ende!

JIM DAWSON

Aber warum jetzt auf einmal? Diese ganze Zeit…
[...]

Das Ende einer Reise – Teil 5 – 28.04.2013 :: Die dunkle Seite der Macht…

Sodele, das hoffentlich letzte Mal krank dieses Jahr…

Heute gehts um das Thema “Gut” gegen “Böse” und ich setze gleich mal die These in den Raum, dass das in den meisten Fällen Unfug und wenig hilfreich ist…

Wenn Ihr Euch einen Protagonisten und einen Antagonisten (böse Wörter) für Eure Geschichte überlegt, braucht Ihr neben einigen Charaktereigenschaften vor allem ein Motiv. Funktioniert wie in einem Krimi… man sitzt also vor seinem Tatverdächtigen und muss ihn verhören. Warum ist das Motiv so wichtig? Die wenigsten – zumindest die nicht Cliché-Überfrachteten – Bösewichte sind es eigentlich nicht, denn sie tun, was sie tun aus einem Grund: Und den muss man beim Schreiben wissen, denn nur so, kann man über die Dialoge hinaus einen Charakter auch so handeln lassen…

Huch, wie passt das in die Welt von Another World? Mit Episode 3 wurden die Körperlosen Stimmen eingeführt. Hintergrund war, dass es einen ersten Blick hinter die Kulissen geben sollte. Klar ist für den genauen Zuhörer, dass es da zwei Fraktionen gibt, die zwar miteinander Reden, die aber gegeneinander Arbeiten: Die Beobachter und die Bewahrer… die Idee dahinter war, unsere wackeren Helden einer Prüfung zu unterziehen (siehe Teil 4) – die Beobachter wollen, dass die Gruppe Erfolg hat, die Bewahrer tun alles, um sie in Versuchung zu führen oder zum Scheitern zu bringen. Offiziell dürfen beide sich nicht direkt einmischen, aber haltet tun sich beide nicht dran.

Die Beobachter werden von Kate Dawson in den Träumen verkörpert (hat seinen Sinn, kommt in Folge 5 ;) ) – in der Stimmenwelt ist das Omega – die Bewahrer werden von Takeshi Timaro symbolisiert – in Rückblenden, bzw. im Monolithen (Folge 3) – in der Kopfstimmenwelt Alpha, der Ed Sawyer, bzw. Jeffrey Deans Körper übernommen hatte und von Zak Ford in einem Herzstillstand-Finale in einen Abgrund gestürzt wurde.

Man kann eigentlich weder die Beobachter oder die Bewahrer klar als Gute oder Böse identifizieren, denn beide Parteien manipulieren unsere Helden zu Ihrem Zweck, abgesehen davon, dass sie vom Erfolg der Beoabachter mehr haben, als den Bewahrern. Ihre Rollen definieren sich also vor allem durch ihr handeln und ihre taten und weniger durch stringente Rollenverteilung.

Ich persönlich finde das spannend und versuche, so alle Charakterbeziehungen in meinen Geschichten aufzubauen. Es hilft vor allem, die Handlungen plausibel und nachvollziehbar zu machen, damit sich das Publikum, der Leser, der Hörer nicht am Ende am Kopf kratzt, was denn nun schon wieder schief gegangen ist und ob man ein wichtiges Detail vergessen hat. Denn so folgt man einfacher dem roten Geschichtsfaden und wird im besten Fall in die Story hineingezogen.

Soviel von der Front! Euch erstmal einen schönen Restsonntag!

Euer Falk

Das Ende einer Reise – Teil 4 – 16.04.2013 :: Der richtige Ton macht die Musik

Für mich ist beim schreiben die richtige Stimmung wichtig. Je besser ich mich in die jeweilige Szene hineinversetzen kann, desto besser kann ich sie am Ende schreiben. Dabei lasse ich mich sehr gerne von passender Musik inspirieren und wer “Another World” kennt weiß, welche Rolle Musik in der Geschichte spielt. Lange bevor wir Skript und Sprechertechnisch auf dem richtigen Weg waren, hat die Musik auf ganzer Linie überzeugt. Ich muss mich an dieser Stelle sehr bei der Britin Helen Trevillion bedanken, die uns ihre Musik für die Illustrierung der anderen Welt zur Verfügung gestellt hat. Auch wenn die Musik bereits vorher da war, passen einige Stücke als wären sie nur für unsere Geschichte geschrieben worden.

Wer erinnert sich am Ende von Episode 3 – die Szene nach dem Abspann, in der Betty auf eine eine Frau trifft, die sich als Ihre Schwester vorstellt. Es sei soviel verraten, dass es nicht ihre Schwester war, aber der Song “Sister” stellt die perfekte Gefühlsbasis für diesen kleinen Baustein im großen Gefüge da – ja auch dieses kleine Rätsel wird beantwortet werden …

Oder in der Szene als Jim und die Crew am Ende von Folge 2 aus dem Shuttle steigen und sich Ihr Traum offenbart. “The Awakening” sorgte – zumindest bei mir – für Gänsehaut und stellt den Übergang vom eher beklemmenden inneren des Shuttles in eine fremde und doch vertraute Welt da.

Besonders mag ich aber den Song “Heaven Hides” der in Folge 1 einen sehr emotionalen Moment markiert und auch hier passen die Texte wie angegossen.

“[...]Heaven hides here
in broken promises
his mourning darkness
joy forgotten, direction lost
here in night’s last breath
Heaven lies flickering
between threads of sorrow[...]

Helen und Ihre Musik gefunden zu haben, war der große Glücksfall, sowohl für mich als Autor als Inspiration, als auch für die Produktion selbst. Ich kann Euch sehr Ihre Homepage empfehlen, wo Ihr alle Songs anhören könnt. Wenn Euch die Musik auch in Ihren Bann zieht, kauf Euch auf jeden Fall Ihr Album “Inside Myself” auf dem auch viele Songs aus dem “Another World”-Soundtrack zu finden sind, neben vielen anderen schönen Songs!

Aber nicht nur Helen hat uns immens unterstützt, sondern auch unser langjähriger Weggefährte Markus Holler (ohne ihn wäre die Monolithszene in Folge 3 nicht halb so episch ausgefallen, aber noch viele andere) oder Stefan »Doc da Seltzam« Lübke (für die elektronischen Zwischentöne der andere Welt) – ein Stück aus Folge 2 steuerte auch Hartmut Breuer bei.

Musik ist ein mächtiges Werkzeug zum verstärken von Emotionen und Hörerbindung – für mich beim Schreiben auch unerlässlich. Für jede Folge hatte ich eine eigene Playlist, die meinige für Episode 5 veröffentliche ich demnächst hier…

Euer Falk

Das Ende einer Reise – Teil 3 – 15.04.2013 :: Die Geschichte finden…

Am Anfang war das Blatt und es war weiß und leer…

(Der folgende Post kann leichte bis mittlere Storyspoiler enthalten – lesen auf eigene Gefahr)

Ich schrieb schon in einem vorangegangenen Post, dass ich bei einer Geschichte, mir zuerst den Anfang und das Ende überlege. Im Falle von Another World 5 ist das gar nicht so einfach, da dass ganze – um auf die offenen Fragen aller Zeitperioden einzugehen, die Handlung in Vergangenheit und Zukunft spielen soll. Die Geschichte beginnt also gut 10 Jahre vor bzw. gut 10 Jahre nach den Ereignissen von Teil 4. Bettys Befreiung, dem Ritual und Aufstieg, und dem Sieg über Alpha. Als Künstlerischen Kniff sollten die Zeitebenen gegeneinander laufen lassen – sprich die Vergangenheit läuft Rückwärts, beginnt also mit dem Ende, die Zukunft läuft vorwärts und endet mit einem Epilog: Alles hat einen Anfang und ein Ende – so war es immer, so wird es immer sein.

Der Kreislauf führt uns am Ende also gleichzeitig zum Anfang. Daraus leiten sich 15 Kapitel ab, denen ich provisorisch folgende Namen gebe:

  • Prolog
  • Die Anomalie
  • 13. Jahre, eine Ewigkeit
  • Verräter / Sabotage
  • Die Lehren des Flick
  • Kontrollverlust
  • Wiedervereinigung
  • Schwangerschaft
  • Verfolgung
  • Startvorbereitungen
  • Gefangenschaft
  • Verschwörung
  • Die Befreiung
  • Die Hochzeit
  • Das Ende der Reise, der beginn einer neuen…

Dabei habe ich mich vor allem an einer inneren Liste an offenen Fragen und Storypunkten entlang gehangelt, die sich über Episode 1-4 abgezeichnet haben und wichtige Eckpunkte der bisherigen Handlung darstellen. Die Zeitabfolge wechselt sich übrigens ab, um die Handlung in Bewegung zu halten, rund um die wichtigen Wegstationen:

  • Prolog
  • [PAST] Die Anomalie
  • [FUTURE] 13. Jahre, eine Ewigkeit
  • [PAST] Verräter / Sabotage
  • [FUTURE] Die Lehren des Flick
  • [PAST] Kontrollverlust
  • [FUTURE] Wiedervereinigung
  • [PAST] Schwangerschaft
  • [FUTURE] Verfolgung
  • [PAST] Startvorbereitungen
  • [FUTURE] Gefangenschaft
  • [PAST] Verschwörung
  • [FUTURE] Die Befreiung
  • [PAST] Die Hochzeit
  • [FUTURE] Das Ende der Reise, der Beginn einer neuen…

Der nächste Schritt besteht darin, dass ich dieses Grobgerüst ausformuliere, sprich mir genau zurechtlege was in welchem Kapitel stehen wird. Ein Kapitel kann bei mir übrigens aus mehreren Szenen bestehen und sollte im Normalfall 4-5 Minuten lang sein. Manche sind Länger andere Kürzer. Zum jetzigen Zeitpunkt mache ich mir darüber aber keine Gedanken. Dafür ist in der ersten Überarbeitungsrunde, wenn man sich das Pacing – den Storyverlauf – etwas genauer vornimmt, noch genug Zeit.

Als Beispiel, seien hier mal der Prolog und das zweite Kapitel herausgenommen:

Prolog

“Alles hat einen Anfang und ein Ende!” – “So war es immer!” – “So wird es immer sein!”

Körperlose Stimmen schweben über der Welt – sehen Vergangenheit und Zukunft, die Zusammenhänge und die große Aufgabe. Es gibt viel zu tun… es ist viel geschehen. Am Anfang steht die Prüfung und am Ende steht ein neuer Anfang. Der Keim des Lebens, er wurde erneuert und die Welt wieder auf Start gesetzt. Und doch gibt es eine letzte Aufgabe und die Vorbereitungen für den Aufbruch. Eine Offenbahrung deutet sich an.

Kapitel 1 – 13. Jahre, eine Ewigkeit

Jim Dawson schreckt aus einem wirren Traum hoch – es ist der erste Traum, den er seit den vergangenen Ereignissen hatte. Es ist Winter geworden, der 13. seit Jims kleine Tochter in einem Kokon aus Licht eingeschlossen wurde und seine Nächste traumlos wurden. Eine Unruhe befällt Jim – etwas ist anders. Er verlässt seinen Baumschlafplatz. Es ist Kalt als Jim den Baum – seinen Schlafplatz – herunter klettert. Die Zeit – die Jagd und das wilde Leben, haben ihn von außen hart gemacht. Und doch beherrschen Selbstzweifel den einzigen Anführer. Hätte er Zak und Ed retten können? Hätte er Kate retten können? Warum hatte er ihrer aller Tod nicht verhindern können. Die Gruppe hatte sich damals kurz nach allem zerstritten und aufgeteilt. Jim selbst war in der Nähe der Insel geblieben, wo das Ritual ihm seinen wervollsten Schatz geraubt hatte… jetzt kehrt er dorthin zurück und muss feststellen, dass der Kokon verschwunden ist – er hat es in seinem Traum gesehen und er hat eine letzte Aufgabe bekommen. In Gedanken bemerkt er nicht, dass eine Gestalt von hinten an ihn heran getreten ist. Es ist Ben Joseph, sein alter Freund und Weggefährte. Auch er hatte einen Traum. Beide wissen was zu tun ist – sie müssen die anderen finden und ein allerletztes Abenteuer bestreiten – wie in alten Zeiten.

Der Text ist roh, unbearbeitet, an vielen Stellen noch nicht ganz schlüssig. Er soll zu einen kurz die Handlung zusammenfassen, aber auch die passende Stimmung erzeugen. Jetzt schreibe ich derartige Zusammenfassung für alle 15 Kapitel, um die Übersicht zu bekommen – ist alles enthalten was ich in der Folge brauche? Fehlt noch etwas oder ist noch ein Logikfehler enthalten. Ggf. muss ich das eine oder andere Kapitel weiter ausformulieren, um etwaige Storystricke zu sichten und zu beseitigen. Erst dann kann es weitergehen ;)

Euer Falk

Das Ende einer Reise – Teil 2 – 14.04.2013 :: Struktur

Reisevorbereitungen

Jede Reise hat einen Anfang, einen Verlauf und ein Ende. So ist es auch mit einer Geschichte. Im Falle von „Another World“ gibt es ja bereits vier Episoden:

Die Geschichte selbst ist als klassische Trilogie ausgelegt. Episode 1 & 2 bieten den Anfang – die Hauptcharaktere und das Setting werden vorgestellt und vertieft. Episode 3 bildet den Mittelteil, in dem vor allem die Handlung im Fokus steht. Und last but not least: Episode 4 & 5 bilden dann den Abschluss, in dem die Geschichte zu einem Ende geführt wird und die einzelnen Storyfäden abgeschlossen werden.

Im Falle von „Another World“ ist die Haupthandlung mit Episode 4 zu Ende gegangen. Episode 5 schließt das ganze ab und verrät, wie es nach dem Ende weitergegangen ist.

Ursprünglich war Episode 4 mit einem harten Cliffhanger geplant, der am Ende allerdings abgemildert wurde. Nach dem Ende wurde eine Szene hinzugefügt, die ein „kleines“ Happy End für zwei der Charaktere, sowie einen Hinweis auf das Ergebnis der Ereignisse gibt. Die Aufgabe von Episode 5 ist nun, den Ball aufzunehmen und die Reise zu einem Ende zu bringen.

Wichtige Fragen müssen geklärt werden: Wer sind die körperlosen Stimmen? Was steckt hinter den Träumen? Was hinter der Prüfung? Was ist mit Betty geschehen? Wer war Takeshi Timaro wirklich und warum wusste er bereits vor dem Beginn der Mission was passieren würde? Was war die Aufgabe des Monolithen? Was ist mit Jims Frau, bzw. Bettys Mutter? Was ist in den Ruinen von Toronto geschehen? Was ist mit diesen „Alien Wölfen“? Warum wurde Stacy mit der Sabotage der Mission beauftragt? Was war die Rolle von Jeff Dean und warum musste Todd Flanders sterben? Warum wurde die Kommunikationsanlage auf Infinity sabotiert? Warum wollte man Takeshi Timaro die Kontrolle über sein eigenes Projekt entziehen?  Was ist das Konsortium und wie hängt es in der Mission? Was war überhaupt Sinn und Zweck der Mission? … um nur ein paar der Fragen in den Raum zu werfen, die in Episode 5 beantwortet werden müssen.

Auf die meisten Fragen gibt es bereits jetzt eine schlüssige Erklärung, die jetzt in eine möglichst spannende Handlung verwebt werden müssen. Um alle Fragen zu beantworten will ich zu einem erzählerischen Kniff greifen: Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, der Vergangenheit und der Zukunft. Etwa 10 Jahre sind seit den Ereignissen in Toronto vergangen – dazu werden die Schlüsselmomente aus der Vergangenheit in einer zweiten Erzählebene eingestreut. Aktuell bin ich am überlegen, ob es Sinn machen könnte, einen zweiten Erzähler zu installieren, um den Übergang im Hörspiel deutlicher zu gestalten. Alternativ könnte man die Szenen in der Vergangenheit aber auch ohne Erzähler beschreiben – was allerdings nicht zum bisherigen Stil der Serie passen würde.

Welche Fragen aus den bisherigen Folgen, bzw. deren Aufklärung würde Euch am meisten interessieren?

Euer Falk

Das Ende einer Reise – Teil 1 – 13.04.2013 :: Vorwehen

Vorwort

Der folgende Blog soll meine persönliche Reise, bzw. meine Arbeit am Skript zum letzten Kapitel der Geschichte dokumentieren, mit der ich meine Skriptschreibtätigkeit begonnen habe. Den Blog selbst führe ich dabei vor allem für mich, um meine Gedanken und Ideen zu sortieren. Ich kann also keinesfalls garantieren, dass ich keine Storyspoiler besprechen werde. Am meisten wird es aber um die Charaktere, Zusammenhänge und Begebenheiten gehen, die die Geschichte vorangetrieben haben, die vor etwa 7 Jahren ihren Anfang genommen hat. Wer mich auf diesem Weg begleiten möchte, tut dies also auf eigene Gefahr.

„Warum! Warum dauert das so lange!“

Eine Frage, die ich in den letzten Jahren relativ häufig gestellt bekommen habe und die nicht ganz einfach zu beantworten ist. Vor allem gab es viele andere Dinge zu tun, private wie geschäftliche, aber es geht noch viel tiefer. Es geht darum ein großes Kapitel abzuschließen und quasi mein Meisterstück zu schaffen. Ich müsste lügen, wenn ich nicht zugeben würde, dass ich auch Angst vor dieser Aufgabe hatte und zum Teil immer noch habe.

Als Autor erschafft man eine Welt, bevölkert sie mit Charakteren und schickt sie auf lustige, spannende und / oder phantastische Abenteuer. Im Falle von Another World kommt dazu, dass die Geschichte immer so gefasst war, dass ein großer Teil der Auflösung immer im Verborgenen lag, damit der geneigte Zuhörer seine eigene Phantasie ins Spiel bringen konnte – was steckt hinter allem, wie wird es wohl ausgehen.

Es ist einer der wichtigen Mechanismen des Mystery-Genres. TV-Serien wie „Lost“ – eines der großen Vorbilder für die Erzähl- und Charakterstruktur in „Another World“ – stand am Ende vor genau dem Problem, eine riesige Erwartungshaltung aufgebaut zu haben, die am Schluss viele der langjährigen Fans der Reihe in hohem Maße enttäuscht hat. Mit einem ähnlichen Schicksal wird auch das letzte Kapitel meiner Geschichte verdammt sein, deren Ende bereits sehr früh fest stand. Ich schrieb den Entwurf für die allerletzte Szene bereits nach Fertigstellung der zweiten Folge – das eigentliche Ende war eigentlich schon seit Anfang klar. So war es immerhin möglich einen Teil der Auflösung in kleinen Häppchen immer wieder in den vorangegangenen Episoden zu verstecken. Ich hoffe daher, dass die Erwartung der Hörer entsprechend schon in die richtige Richtung gelenkt wurde – die entsprechenden Reaktionen beim Publikum sind ein weiterer Grund, weswegen ich mich lange vor dem Abschluss gedrückt habe.

Ein Traum wird wahr…

So sicher das Ende war, so unsicher war der Weg. Ich habe im Making Of und in diversen Interviews und Texte immer wieder gern erzählt, dass die Idee zu „Another World“ einem Traum entsprang, den ich vor vielen Jahren hatte. Darin kam kleines Mädchen Namens Betty vor, dass mit einer Gruppe Astronauten von einer Raumstation zu einer entvölkerten und verwilderten Erde zurück kehrte, später entführt und am Ende Teil einer neuen Evolution wurde. Der Traum selbst wiederrum dürfte aber auch durch die Genre-Serie „Earth2“ geprägt worden sein, deren Plot doch viele Ähnlichkeiten aufweist… wer weiß.

Es mag ein Quenchen Wahrheit darin liegen, dass es immer schwerer wird, völlig eigene und unabhängige Ideen zu haben, die nicht in einer ähnlichen Form schon einmal vorher da waren. Ich sehe das Geschichtenerzählen vor allem als Kunst, bekannte und neue Puzzlestücke zu einer eigenen Handlung zusammen zu führen. Wobei das „Kunst“ in Anführungszeichen zu setzen ist, denn Schreiben ist zu einem sehr großen Teil erlernbares Handwerk. Literaturempfehlungen zu dem Thema gebe ich auf Rückfrage gern, vielleicht werde ich im Laufe dieser Reihe auch den ein oder anderen Buchtipp geben.

Aller Anfang ist schwer

Nachdem ich den letzten 3 Wochen mehr oder weniger krank mich noch einmal durch die Originalhörspiele 1-4 gelauscht habe, denke ich, ausreichend genug wieder in der Geschichte zu stecken um weiter zu machen. In den vergangenen 4 Jahren habe ich öfter den Versuch unternommen, in die andere Welt zurück zu kehren, mein Schreibstil hat sich seitdem allerdings ganz anders entwickelt und es fällt mich schwer wieder in den „alten“ Modus zu schalten.
Auf der anderen Seite konnte man bereits von Episode 1-4 meine Entwicklung als Autor verfolgen: Episode 1 ist teilweise wirklich noch dilettantisch geschrieben, mit vielen Fehlern und einer Grammatik aus der Hölle. Aber von Folge zu folge hört man nicht nur den Fortschritt in der Produktionstechnik und das die Sprecher immer besser in ihre Rollen gefunden haben, sondern auch, wie meine Schreibe gewachsen ist.

Als nächstes werde ich mich über die Struktur der Geschichte her machen:

  1. Am Anfang definiere ich den Anfang und das Ende der Geschichte – ist in diesem Fall schon geschehen.
  2. Dann setzte ich den groben roten Faden mit zumeist 14-15 Kapiteln auf – darüber kann ich am Ende auch ganz gut die ungefähre Lauflänge der Geschichte planen.
  3. Jedes Kapitel wird dann mit ein paar Sätzen ausgeführt, damit ich mir über die Handlung der Geschichte bewusst werde und was evtl. noch an Elementen fehlt. Daraus entsteht ein Exposé. Aus Erfahrung der Vergangenheit empfehle ich jedem, sich so genau wie möglich an diesem Punkt schon um die Ausformulierung der Geschichte zu bemühen. Es verhindert ggf. in eine Schreibblockade zu kommen, wenn man beim eigentlichen Schreiben darüber stolpert, dass der Plot an einer bestimmten Stelle so nicht funktioniert und man mitten drin einen großen Teil der Haupthandlung umschreiben muss, damit alles wieder passt – zu hören z.B. beim der zweiten Episode von „Der Fluch“…
  4. Es hilft sich genauer mit seinen Charakteren auseinander zu setzen. Im Falle von „Another World“ ist es ein Ensemblestück, sprich alle Hauptcharaktere brauchen eine ausreichende Hintergrundgeschichte und Charaktereigenschaften, die Ihr Handeln erklären.
  5. Und dann geht es mit dem eigentlichen ins reine Schreiben los. Man sollte sich keine falschen Illusionen machen – am Ende wird man noch diverse Überarbeitungsrunden benötigen – die Geschichte muss gestrafft werden, usw. und so fort.
  6. Es folgen mehrere Überarbeitungsläufe, gefolgt von Lektorats Runden. Es empfiehlt sich, jemanden bei der Hand zu haben, der offen und detailliert Kritik äußert.

Im Laufe des Blogs werde ich auf die einzelnen Punkte aber noch weiter eingehen. Fragen zu den Einzelnen Einträgen sind mir gerne willkommen.

Viele Grüße aus der Anderen Welt!

Euer Falk

Willkommen bei Project Z.

Wie kann man Hörspiele fit für das SocialWeb machen? Wie kann man Hörspiele bekannter machen, weiter streuen und am Ende die Produktionskosten wieder einspielen? Das ist dieser Tage gar nicht so einfach. Einen kleinen Versuch wollen wir mit Projekt Z bzw. Projekt Zero machen… Jeder ist eingeladen das Hörspiel über einen YouTube-Link zu teilen und wenn er das Projekt unterstützen möchte einen kleinen Beitrag zu leisten… mach mit und hilf dabei diesen Testballon zu einem Erfolg zu machen…!

Unterstütze jetzt unser Projekt, in dem Du dieses Video mit Deinen Freunden teilst, es likest oder kommentierst, unseren Kanal abonnierst, unsere anderen Videos Dir anschaust, Dir das Hörspiel kaufst oder uns eine kleine Spende zukommen lässt…

In jedem Fall vielen Dank allen Unterstützern dieser Aktion!

Direkter-Videolink:
==============
Experiment Zero – komplettes Hörspiel = http://www.youtube.com/watch?v=5TVavo2oyYw
Experiment Zero – Produktionskommentar = http://www.youtube.com/watch?v=BF_KoobQvaw

Hörspiel auf CD kaufen:
==================
pop.de = http://shop.pop.de/Hoerspiele/Hoerspiel-Erwachsene/Abenteuer-Krimi/Experiment-Zero-Hoerspiel::12120.html
amazon.de = http://www.amazon.de/Experiment-Zero/dp/3862120023/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1323516585&sr=8-1

Ihr könnt die CD aber auch in jedem Mediamarkt, Saturn, Talia oder Hugendubel bestellen!

Hörspiel als High Quality Download kaufen:
==================================
Audible.de = http://www.audible.de/pd/B004V68Y98
Soforthoeren.de = http://sofort-portale.de/product_info.php?products_id=15245
iTunes = http://itunes.apple.com/WebObjects/MZStore.woa/wa/viewAudiobook?id=362202364&s=143443

Spenden:
========
Paypal = https://www.paypal.com/cgi-bin/webscr?cmd=_s-xclick&hosted_button_id=GHNM6EQHFXJQL